“Sylvie, welch grandiose Reise!
Wir haben mit Dir in Yunnan sagenhafte 24 Tage auf einer unglaublich intensiven Rundreise erlebt. Schon vor Reiseantritt war die Zusammenarbeit bei der Planung ganz außerordentlich kooperativ, Deine Organisation der Reise dann schlicht perfekt! Die Reise führte uns über insgesamt ziemlich genau 3000 Kilometer durch fast alle wesentlichen Landschaften der südlichsten Provinz Chinas: von Kunming aus zunächst nach Süden über Pu’er bis an die Grenze zu Laos, in die Regenwälder der dortigen „Teeberge“, und dann nach Westen bis kurz vor die Grenze zu Myanmar, danach wieder nach Norden und einmal sogar mit einer Fähre über einen mächtigen Nebenfluss des Mekong bis in die tibetisch geprägten Grenzlandschaften des Himalaya, um schließlich nach einem zweitägigen Aufenthalt in Dali am Erhai-See wieder zum Ausgangspunkt in Kunming zu gelangen.
Nicht weniger beeindruckend und unerwartet wechselhaft wie die Landschaften präsentierten sich die besuchten kulturhistorischen Besichtigungspunkte: die Klöster und Tempel mit Elementen aller drei Richtungen des Buddhismus in Yunnan: Theravada-, Mahayana- und des tibetanischen Buddhismus – darunter das tausendjährige Felsenkloster Damo bei Weixi -, oftmals aus Ruinen erstanden nach den Zerstörungen in der Kulturrevolution, aber etwa in CangYuan auch noch mit heute so seltenen jahrhundertealten Wandmalereien mit Episoden aus dem Leben Buddhas. Gleichfalls unvergesslich die meist großzügig angelegten Konfuziustempel und die Anlagen des Daoismus. Ganz besonders wird uns das lokale, unverfälschte buddhistische Tempelfest mitten im Wald in der Provinz Pu’er bleiben, wo wir noch ganz unverfälscht und fernab aller touristischen Vereinnahmung die traditionelle Kultur einer der Dutzenden Ethnien Yunnans beobachten und sehr freundliche Gastfreundschaft erfahren durften.
Neben den renovierten und sehenswerten, aber teils halt auch touristisch ziemlichen herausgeputzten Kleinstädten waren es die Nebenrouten, die uns besonders begeistert haben; sei es zu Fuß im „Stone Forest“ gleich am zweiten Tag, wo Du uns in diesem faszinierenden Felsenlabyrinth auf Wege geführt hast, deren Stille der Karstschluchten zwischen den bizarren Felsformationen – nur wenige hundert Meter entfernt von den von Hunderten und mehr lärmenden Besuchern überfluteten Wegen – unverrückbar im Gedächtnis bleibt, oder im alten Dorf ShiGu hinter der Gedenkstätte an jenem Ort, wo Mao 1934 auf dem „Langen Marsch“ der Roten Armee mit zehntausenden Soldaten den Yangtsekiang überquerte. Diese Nebenrouten führten uns auf auch die viele für uns hochinteressante, für Dich oft anstrengende mühselige Kilometer auf recht unwegsamen Staubstraßen, die auch heute noch neben den hochmodernen, kühnen und beispiellosen Autobahnen zum Alltag der bäuerlichen Bevölkerung Chinas gehören – wenn man nur weiß, wo man fahren kann – und wie Du diese Mühe nicht scheut. Gerade diese Tage und Besichtigungen im Hinterland abseits der großen Routen und die Übernachtungen in eher versteckten – freilich inzwischen auch vom Tourismus entdeckten – kleinen Dörfern wie das alte Nuodeng oder das Bulang-Dorf in den Teebergen machten die Reise zu einem lange nachhallenden Erlebnis.
Es gäbe noch so viel zu erwähnen: die Dörfer und kleinen Städte der historischen Tee-Pferdekarawanen-Straße und die museal konservierten Karawansereien, das muslimische Dorf bei WeiShan mit der riesigen Hallen-Moschee, die Walnusswälder bei dem Dorf GuMo mit der kleinen Wanderung dort zu historischen, aber teils noch produzierenden uralten bäuerlichen Ölmühlen, und insbesondere die beiden modern und wissenschaftlich gestalteten Museen: in Yuanmou das große paläoantropologische Museum nahe eines Fundorts von hunderttausende Jahren alten Skeletten des Frühmenschen und in Kunming das Historisches Museum der Provinz Yunnan, in denen man sich aufgrund auch englischsprachiger Texte und Beschriftungen stundenlang und mit Gewinn aufhalten kann – und Du uns dafür die Zeit auch gelassen hast.
Und nicht vergessen sei neben den landschaftlichen und kulturhistorischen Eindrücken aber auch der – wie von uns erwünscht – tägliche Besuch landestypischer Lokale von den Suppenküchen zum Frühstück bis zu den in der Regel eher kleinen Lokalen am Abend, wo wir nicht selten als ganz ungewohnte und fremde Gäste bestaunt und jedenfalls immer köstlich versorgt wurden.
Alles in allem: eine fantastisch schöne, prall gefüllte Reise !!”
Andrea & Raimund, from Stuttgart Germany. Extended Yunnan Circuit, April-May 2026

